Belvedere Museum Wien: Gemälde-Highlights & Besucherführer (2026)

Museum: Belvedere Museum (Oberes Belvedere)

Standort: Prinz-Eugen-Straße 27, 1030 Wien, Österreich

Öffnungszeiten: Täglich 10:00-18:00 Uhr | Freitag 10:00-21:00 Uhr

Eintritt: €16,70 Erwachsene | €13,80 ermäßigt (Studenten, Senioren) | Kostenlos für unter 19

Sammlung: Über 500 Gemälde und Skulpturen vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Webseite: belvedere.at

Das Belvedere Museum in Wien ist eines der großen Kunstmuseen der Welt, untergebracht in einem prächtigen Barockpalast-Komplex, der Anfang des 18. Jahrhunderts für Prinz Eugen von Savoyen erbaut wurde. Das Obere Belvedere beherbergt die berühmteste Sammlung des Museums, darunter die weltgrößte Ansammlung von Gustav-Klimt-Gemälden mit Der Kuss als Herzstück, neben Meisterwerken von Egon Schiele, Oskar Kokoschka und anderen österreichischen und europäischen Künstlern.

Der Palast selbst, entworfen von Johann Lucas von Hildebrandt, ist eines der feinsten Beispiele barocker Architektur in Europa. Eingebettet in formale Gärten mit spektakulärem Blick über Wien, ist das Belvedere ebenso ein architektonisches und historisches Reiseziel wie ein Kunstmuseum. Hier, im Marmorsaal des Oberen Belvedere, wurde 1955 der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet, der die österreichische Souveränität nach dem Zweiten Weltkrieg wiederherstellte.

Warum das Belvedere Museum besuchen

Das Belvedere beherbergt Gustav Klimts Der Kuss, eines der berühmtesten und beliebtesten Gemälde der Welt. Dieses ikonische Werk persönlich zu sehen, mit seinem schimmernden Blattgold und der zärtlichen Umarmung, ist ein zutiefst bewegendes Erlebnis, das keine Reproduktion erreichen kann. Das Museum besitzt auch die weltgrößte Sammlung von Klimt-Gemälden, darunter Judith I, Werke im Zusammenhang mit dem Beethovenfries und mehrere atemberaubende Landschaften.

Über Klimt hinaus bietet das Belvedere den definitiven Überblick über österreichische Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Egon Schieles rohe, psychologisch intensive Porträts und Figuren sind eindrucksvoll vertreten, ebenso Werke von Oskar Kokoschka, dem Meister des österreichischen Expressionismus. Das Museum besitzt auch bedeutende Gemälde französischer Impressionisten, eine herausragende mittelalterliche Sammlung und Schlüsselwerke der Biedermeierzeit.

Der Barockpalast und die Gärten bieten eine Kulisse von außergewöhnlicher Schönheit. Die formalen Gärten im französischen Stil zwischen dem Oberen und Unteren Belvedere bieten eine der meistfotografierten Aussichten Wiens, mit der Stadtsilhouette und dem Turm des Stephansdoms in der Ferne.

Gemälde-Highlights im Belvedere Museum

Die Sammlung des Oberen Belvedere erstreckt sich vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert, mit größter Stärke in der Wiener Kunst um 1900. Diese zehn Gemälde stellen die wesentlichen Highlights dar.

1. Der Kuss by Gustav Klimt (1907-1908)

Das berühmteste Gemälde Österreichs und eines der bekanntesten Bilder der Welt. Ein Paar kniet am Rand einer blumenbedeckten Klippe, in einer zärtlichen Umarmung verschlungen. Das Gewand des Mannes ist mit geometrischen, geradlinigen Mustern verziert, das der Frau mit kreisförmigen Blumenmotiven, und beide sind in eine schimmernde goldene Aura gehüllt, die ihre Körper in reine Dekoration auflöst. Klimts revolutionäre Verschmelzung figurativer Malerei mit abstraktem dekorativem Muster, sein verschwenderischer Einsatz von Blattgold (inspiriert von byzantinischen Mosaiken, die er in Ravenna gesehen hatte) und das universelle Thema der Liebe haben es zu einer dauerhaften Ikone gemacht. Das Original zu sehen, mit seiner leuchtenden Oberflächentextur und intimen Größe, ist ein unvergessliches Erlebnis.

2. Judith I by Gustav Klimt (1901)

Dieses kühne Gemälde zeigt die biblische Heldin Judith, die den abgeschlagenen Kopf des Holofernes mit einem Ausdruck träger, sinnlicher Ekstase hält. Klimts Judith ist keine traditionelle Heldin, sondern eine zeitgenössische Femme fatale, deren halbgeschlossene Augen und geöffnete Lippen eher Vergnügen als Rechtschaffenheit andeuten. Der opulente Goldhintergrund und der aufwendige goldene Halsreif schaffen eine Verbindung zur byzantinischen Kunst, während die offene Erotik unverwechselbar modern ist. Das Gemälde schockierte die Wiener Gesellschaft bei seiner Erstausstellung und bleibt eines von Klimts provokantesten und kraftvollsten Werken.

3. Die Umarmung by Egon Schiele (1917)

Schieles Gemälde zweier ineinander verschlungener Liebender auf zerknitterten weißen Laken ist eine der psychologisch intensivsten Darstellungen körperlicher Intimität in der Kunstgeschichte. Die eckigen, verkrampften Körper und die rohe, entblößte Qualität der Fleischtöne vermitteln eine Verletzlichkeit und emotionale Direktheit, die das genaue Gegenteil von Klimts dekorativem Idealismus ist. Nur ein Jahr vor Schieles Tod im Alter von 28 Jahren während der Spanischen Grippe gemalt, hat Die Umarmung eine verzweifelte Dringlichkeit, die es zu einem der kraftvollsten Gemälde des frühen 20. Jahrhunderts macht.

4. Tod und Mädchen by Egon Schiele (1915)

In diesem eindringlichen allegorischen Gemälde klammert sich eine junge Frau an eine Figur in dunklem Gewand, ihr Gesicht an dessen Brust gedrückt in einer Umarmung, die zugleich zärtlich und erschreckend ist. Das farbenfrohe Kleid des Mädchens kontrastiert mit der dunklen, skelettartigen Gestalt des Todes vor einer öden, kahlen Landschaft. Schiele malte dieses Werk als Abschied von seiner Geliebten Wally Neuzil vor seiner Heirat mit einer anderen Frau. Das Gemälde funktioniert auf persönlicher und universeller Ebene und behandelt Themen wie Liebe, Verlust und Sterblichkeit mit kompromissloser emotionaler Ehrlichkeit.

5. Napoleon überquert die Alpen by Jacques-Louis David (1801)

Eine von fünf Versionen, die David von diesem ikonischen Bild malte, zeigt das Belvedere-Exemplar den französischen Kaiser auf einem sich aufbäumenden weißen Pferd am Sankt-Bernhard-Pass, seinen Umhang dramatisch hinter sich wehend. David verwandelt die historische Realität (Napoleon überquerte die Alpen tatsächlich auf einem Maultier) in eine heroische Vision militärischer Führung. Das Gemälde ist ein Meisterwerk neoklassizistischer Propagandakunst, und diese Version, eine der dynamischsten, wurde ursprünglich für den spanischen König in Auftrag gegeben.

6. Ebene von Auvers by Vincent van Gogh (1890)

Während der letzten Monate von Van Goghs Leben in Auvers-sur-Oise gemalt, fängt diese weite Landschaft die Weizenfelder und den Himmel über dem Dorf mit charakteristischer Energie und Emotion ein. Die breiten, rhythmischen Pinselstriche erzeugen ein Gefühl der Bewegung über die gesamte Leinwand, und die lebhaften Grün- und Blautöne pulsieren mit der Intensität, die Van Goghs Spätwerk definiert. Die Verbindung von Schönheit und unterschwelligem Unbehagen spiegelt den turbulenten Geisteszustand des Künstlers in seinen letzten Tagen wider.

7. Der Koch (Le Père Paul) by Claude Monet (1882)

Dieses leuchtende Gemälde fängt die Küste der Normandie mit Monets charakteristischer Beherrschung von Licht und Atmosphäre ein. Die schimmernde Meeresoberfläche, die dramatischen Klippen und der weite Himmel sind in einer Palette aus Blau-, Grün- und Weißtönen dargestellt, die die Frische und Bewegung der Kanalküste heraufbeschwört. Das Gemälde demonstriert Monets Fähigkeit, eine beobachtete Szene in eine fesselnde Komposition aus Farbe und Licht zu verwandeln.

8. Kirchenväteraltar by Michael Pacher (ca. 1480)

Dieses prächtige spätgotische Altarwerk des Tiroler Meisters Michael Pacher stellt die vier Kirchenväter (Ambrosius, Augustinus, Hieronymus und Gregor) in reich detaillierten Tafelgemälden dar, die eine außergewöhnliche Synthese nordeuropäischer und italienischer Renaissance-Traditionen demonstrieren. Pachers Beherrschung der Perspektive, seine lebendige Charakterisierung der Heiligen und seine virtuose Wiedergabe aufwendiger Gewänder und architektonischer Kulissen machen dies zu einem der Meisterwerke der alpinen Malerei des 15. Jahrhunderts.

9. Landschaft in Niederösterreich by Ferdinand Georg Waldmüller (1830)

Waldmüller war der führende österreichische Maler der Biedermeierzeit, und seine Landschaften zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Sensibilität für natürliches Licht aus. Diese sonnendurchflutete Ansicht der österreichischen Landschaft demonstriert seine bahnbrechende Freilufttechnik, bei der jedes Blatt, jeder Grashalm und jeder Sonnenfleck mit leuchtender Präzision wiedergegeben ist. Sein Ansatz, Licht direkt aus der Natur zu malen, nahm die Impressionisten um Jahrzehnte vorweg.

10. Tigerlöwe by Oskar Kokoschka (1926)

Kokoschka war das Enfant terrible des Wiener Expressionismus, und dieses lebhafte Gemälde eines Wildtiers demonstriert seinen charakteristischen Stil intensiver, gestischer Pinselführung und lebhafter Farbe. Das Tier ist mit einer rohen Energie dargestellt, die von der Leinwand zu platzen scheint, die Farbe in dicken, expressiven Strichen aufgetragen, die die ungezähmte Vitalität des Geschöpfs vermitteln. Kokoschkas Ansatz der Malerei als Vehikel für rohe Emotion und psychologische Wahrheit machte ihn zu einem der bedeutendsten expressionistischen Künstler.

Galerieführer: Rundgang durch das Belvedere Museum

Erdgeschoss: Mittelalter und Barock

Die Erdgeschoss-Galerien beherbergen die mittelalterliche Sammlung, darunter Michael Pachers bemerkenswerte Altarwerke und Werke aus der Gotik und frühen Renaissance in Österreich. Die prächtigen Barockinterieurs des Palastes bilden einen passenden Rahmen für diese historischen Werke.

Erstes Obergeschoss: Neoklassizismus bis Impressionismus

Das erste Obergeschoss deckt das 19. Jahrhundert ab, darunter Davids Napoleon, Waldmüllers leuchtende Biedermeier-Landschaften und die französischen Impressionisten-Gemälde. Der Marmorsaal in diesem Stockwerk, in dem der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet wurde, ist ein architektonisches Highlight.

Zweites Obergeschoss: Wien 1900 und Klimt

Das oberste Stockwerk ist das Herzstück des Museums und beherbergt die gefeierte Klimt-Sammlung mit Der Kuss im Zentrum, die Schiele-Galerien, Kokoschka und andere Meister der Wiener Moderne. Die Wien-1900-Galerien sind die meistbesuchten Räume des Museums und repräsentieren das Belvedere in seiner unverwechselbarsten Form.

Die Gärten

Die formalen Barockgärten zwischen dem Oberen und Unteren Belvedere sind kostenlos zugänglich und bieten terrassierte Landschaften, Brunnen, Sphinxen und eine der ikonischsten Aussichten Wiens. Nehmen Sie sich Zeit für einen Spaziergang durch die Gärten vor oder nach Ihrem Museumsbesuch.

Praktische Tipps für Ihren Belvedere-Besuch

Anreise zum Belvedere Museum

Das Obere Belvedere befindet sich an der Prinz-Eugen-Straße im 3. Wiener Bezirk, südlich der Innenstadt. Die nächste Straßenbahnhaltestelle ist Schloss Belvedere (Straßenbahn D), direkt am Museumseingang. Der Hauptbahnhof (Wien Hauptbahnhof) ist 10 Gehminuten südlich.

Die U-Bahn-Stationen Karlsplatz (U1, U2, U4) und Taubstummengasse (U1) sind beide in 10-15 Gehminuten erreichbar. Bus 69A hält am Unteren Belvedere. Vom Stadtzentrum (Stephansplatz) nehmen Sie die U1 zur Taubstummengasse oder die Straßenbahn D vom Ring. Das Museum ist etwa 20 Gehminuten vom Stephansdom entfernt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dem Oberen und Unteren Belvedere?

Das Obere Belvedere beherbergt die permanente Gemäldesammlung, einschließlich der Klimt- und Schiele-Werke. Das Untere Belvedere beherbergt Sonderausstellungen und enthält erhaltene barocke Prunkräume. Ein Kombiticket deckt beide Gebäude ab.

Muss man Tickets im Voraus buchen?

Vorausbuchung online wird dringend empfohlen, besonders in den Sommermonaten und an Feiertagen. Zeitfenster-Tickets helfen, den Besucherstrom in den beliebten Klimt-Galerien zu steuern.

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Planen Sie 1,5 bis 2 Stunden für die Dauerausstellung des Oberen Belvedere ein. Rechnen Sie 30 bis 45 Minuten für die Gärten hinzu. Wenn Sie sowohl das Obere als auch das Untere Belvedere besuchen, planen Sie einen halben Tag.

Ist Der Kuss immer ausgestellt?

Ja. Der Kuss ist Teil der Dauerausstellung und immer im Oberen Belvedere zu sehen. Es ist äußerst selten, dass dieses Gemälde an andere Museen verliehen wird.

Ist das Museum barrierefrei für Rollstuhlfahrer?

Ja. Das Obere Belvedere ist über einen barrierefreien Eingang und Aufzug zugänglich. Rollstühle können an der Garderobe ausgeliehen werden. Die Gärten haben einige unebene Flächen, sind aber generell befahrbar.

Gibt es Restaurants?

Das Obere Belvedere hat ein Café mit Blick auf die Gärten. Die Orangerie beim Unteren Belvedere serviert ebenfalls Speisen und Getränke in einem wunderschönen historischen Ambiente.

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